Für die Füße
21. Januar 2010 von Claus
Manchmal klappt´s nicht, da kann ich machen, was ich will. Da haste ein wirklich tolles Stück totes Schwein (Rücken vom Schwäbisch Hällischen, vom Feinsten), und was passiert? Ich setz die Nummer sowas von in den Sand!
Anstatt ich meine eigenen Rezepte anwende oder die bekannt guten Kochbücher einsetze oder mal ein bisschen bei Bloggern rumspioniere, nein, ich greif mir “Meine Kochschule” von der Johanna Maier. ICH KOMM MIT DIESEM BUCH NICHT KLAR! Aber ich versuchs immer wieder. Die Rindssuppe ist saugut und in meinem Standardrepertoir. Aber der ganze Rest – ich weiß nicht, vielleicht stelle ich mich aber auch zu blöd an.
Ich halte mich ans Rezept. Die Schwarte einschneiden, 1 Zwiebel, 5 (viel zu viel) Knoblauchzehen, 1 getr. Chili, 1 Tl Kümmel, Salz, Pfeffer und 50 ml Öl zu einer Paste verarbeiten und aufs Fleisch schneiden. Ne richtige Paste gibt das nicht und das ganze Haus stinkt nach Knoblauch!
Fleisch in einen Bräter geben und bei 100° 1,5 bis 2 Stunden braten. Immer wieder mit etwas Wasser übergießen. Danach 4 gewürfelte Möhren und 8 kleine halbierte Kartoffeln zugeben, Hitze auf 220° erhöhen und 30 Minuten braten bis die Schwarte knusprig ist. Die im Bräter entstandene Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Toll, 30 Minuten, das Gemüse ist noch viel zu hart, die Schwarte mal wieder explodiert und so hart, daß du sie gerade in die Tonne kloppen kannst. Die “Sauce” kannst du würzen, wie du willst, sie schmeckt wie´n Hammer auf´n Kopp! Das Fleisch ist essbar, aber für dieses Produkt eindeutig unter Wert geschlagen.

Der Knoblauchgestank ist am nächsten Tag immer noch da und ich müsste wirklich mal so langsam anfangen, das Kochen zu lernen…


Tröstet es Dich, wenn ich Dir darfür versichere, dass es recht hübsch aussieht, das Schweinderl?
also das muß ich aber auch sagen…optisch einfach phantastisch, aber was soll`s ? schmecken muß es !!!
))))
Wirklich schade um dieses gute Stück Fleisch, was das Kochbuch betrifft, “entsorge ” es frei nach dem Motto:
” führe mich nicht mehr in Versuchung !”
Damit die Schwarte beim Grillen nicht in den Ofen kracht, könnte man ja mal probieren, sie am Schluß stattdessen in einer flachen, sehr heißen, trockenen Pfanne knusprig zu braten, oder?
Mein bestes Schweinebratenrezept ist von Witzigmann:
http://xn--einfachkstlich-2pb.com/archives/100 – allerdings ohne Schwarte.
Ein schöner Bauch mit Schwarte: http://xn--einfachkstlich-2pb.com/archives/253
Ich kenne dieses Kochbuch nicht, ich habe nur das erste. Das spiegelt auch nicht die grosse Meisterschaft der Köchin wieder. Aber mir fallen mehrere “Fehler” auf (die liebe Johanna wird mir deshalb nicht böse sein, sie kennt mich ja):
Man sieht am Foto deutlich, dass das Gemüse zu wenig Hitze (und Flüssigkeit?) hatte, geradezu eingetrocknet sieht die Karotte aus. Trockene 100 Grad sind einfach zu wenig. Die Schwarte wird nach dieser Anleitung auch trocken und durch das Begiessen bei der niedrigen Temperatur auch zäh wie Leder.
Leg das Fleisch mit der eingeschnittenen Schwarte nach unten in kaltes Wasser (2 Stunden, nur der fette Teil soll bedeckt sein)
Brate das Schwein mit Schwarte nach oben mit 160 bis 180 Grad O/U, ohne Begiessen, bis das Fleisch weich ist. Dann kannst du noch kurz die Schwarte übergrillen, wenn nötig. Das ergibt eine total fluffige und knusprige Schwarte! Kartoffel kannst du bei 180 Grad gut mit braten. Nicht vorgegarte Karotten werden aber zäh.
Die Knusperschwartenmethode ist dänisch und stammt von einer Chefkoch-Userin. Ihr Rezept: http://tinyurl.com/yejsqjj
Da liegt der Fehler wohl eindeutig beim Rezept. Mit diesen Temperaturangaben kann es einfach nicht hinhauen. Ich mach den Krustenbraten bei 180°, eine Stunde pro Kilo. Da musste ich auch noch nie mit der Temperatur raufgehen, um eine knusprige Kruste zu bekommen. Gemüse und Kartoffeln vertragen diese Temperatur locker eine Stunde.
@nata
Trotzdem, am meisten ärgere ich mich immer über meine Blödheit, wenn mein Navi sagt, fahr verkehrtrum in die Einbahnstraße, mach ich das doch auch nicht. Wieso hör ich auf´n Kochbuch?
Ja, ja, das kenn ich.
Ich habe Kochbücher die sind nur fürs Auge und das Nacht-Tischchen.
Dann gibt es solche, da koche ich mich wild durch fast jedes Rezept und es gelingt immer – bestes Beispiel aus jüngster Zeit:
Alfons Schubeck “Meine Küche der Gewürze”.
Super tolle, würzige Gerichte und sie gelingen immer.
Viele Grüsse aus der Schweiz
VIOLETTA
also: punkt 1: knoblauchgestank in der hütte ist lässlich und verzeihbar
punkt 2: ich bin mir nicht sicher, wer immer so wessen rezepte tatsächlich zu papier bringt
punkt 3: ( die frage ist ernst gemeint) kennst du ein kochbuch, bei dem du 1:1 ohne navi hinterherfahren kannst?
punkt 4: waren das nicht auch dollases worte: im nachkochen eines rezeptes ist schon das scheitern vorprogrammiert, fängt bei der grösse der knoblauchzehe an und geht weiter bei der hitze des backofens ect.
punkt 5: ich hab auch ein kochbuch von fr. m. und schätze sie sehr, aaaaaber ich nehm diese folianten immer nur als quell der inspiration und erlaube mir immer die freiheiten, die ich für angemessen halte.
punkt 5: ein quantum trost- get the girl- have a little martini and save the world…
Tja, das passiert. Ich mache meinen Krustenbraten so ähnlich wie Eline das beschrieben hat und die Kruste wird perfekt. Unterschied ist nur, dass ich das Fleisch die ersten 45 Minuten auch noch mit der Schwarte im Wasser gare. Erst dann wird es umgedreht, eingeschnitten und dann fertig gegart. So hat es meine Oma schon gemacht und wahrscheinlich auch schon deren Oma.
An Dir lag es bestimmt nicht! Das hätte keiner nach dieser Anleitung hingekriegt.Wenn man in deinem Blog stöbert dann weiß jeder das Du ein wunderbarer Koch bist! Eline hat da einen sehr guten Vorschlag, ich mache es wie Isi, genau so hat es auch meine Mam immer gemacht! Da halte ich mich noch heute daran und es klappt immer.
Mit ‘nem Kohlrabi-Schnitzel wär’ das nie passiert *kicher*
Ich bin ein großer Johanna Maier-Fan, weil wenn man einmal bei ihr gegessen hat, dann vergisst man das nie nie mehr. Aber das mit ihrem Kochbüchern, sorry, das kannst du vergessen. Ich habe auch einiges nachgekocht, aus ihrem ersten, und da bin ich drauf gekommen, dass das nur sehr vage Angaben sind, die teilweise nicht stimmen können und dass sie auch einiges verschweigt. Also lieber zu ihr essen gehen
.