Starke Stücke
8. Dezember 2009 von Claus
Sie ist da – die Zeit der starken Stücke. Wildschweinkeule, Puter, Rinderschulter, Schweinebauch; das sind die Teile, die ich im Winter mag! Und Gans, zweimal im Jahr, einmal auswärts und einmal selbst gemacht-das hat Tradition.
Dieses Mal eine Gans vom pfälzer Bauern – 1 Monat zwischengelagert im Tiefkühler. Wenn die so gut ist, wie der Hahn und das Schwäbisch-Hallesche – dann kann nix mehr schiefgehen.
Das Rezept stammt vom Johann, ich hab´s letztes Jahr schon Mal gemacht, allerdings wegen fehlender Zutaten stark improvisiert. Diesmal hab ich alles – also an dieser Front ist auch alles Roger.
Störfeuer kommt von meiner Jüngsten – Weihnachtsfeier, Reitverein, Quadrille reiten (Wat is dat denn nu schon wieder, keinen blassen Schimmer; aber geübt hat sie wochenlang), Papa da musst du zugucken.
Weiteres Problem von der anderen süssen Tochter (wieso immer die Mädels?): Fußballturnier, WICHTIG, es geht um irgendeine Hallen-Meisterschaft, nicht zugucken, aber hinbringen und abholen, Abholzeitpunkt ungewiss (je nach Turnierverbleib) – das riecht nach Ärger!
Und dann noch die Dame meines Herzens: DU WILLST DOCH WOHL NICHT SCHON WIEDER DEN GANZEN SONNTAG IN DER KÜCHE STEHEN!!!
Ne, will ich nicht, aber ab Mittags schon, warum immer diese Übertreibungen. Ach ja, und dann noch: Die Kinder mögen das mit der Füllung nicht, mach denen noch´n Kartoffelgratin dazu. Toll, das bringt mich jetzt aber wirklich ins Schleudern.
Der Arbeitsablauf:
Rotkohl marinieren, Tochter zum Fußball bringen, Gänsefüllung zubereiten, Tochter zum Reitstall bringen, Gans füllen und in den Ofen schieben, zum Reitstall fahren Quadrille gucken (jede Menge Pferde reiten in der Halle irgendwelche Figuren-ich bekäms noch nicht mal ohne Pferd so hin), Rotkohl aufsetzen, Kartoffelgratin vorbereiten und in Ofen schieben, mich ums Gänschen kümmern (d.h. rausholen und Soße bereiten).
Und jetzt wie immer: Der Backofen sieht nach dem Bräunen der Gans aus wie Sau; die Arbeitsfläche kommt mir nach dem Tranchieren vor als wäre eine Bombe eingeschlagen. Das Fotografieren hab ich mal wieder vergessen!
Die Gans war klasse, das Rezept nicht der Bringer, ehrlich. Soße, Füllung, Rotkohl – alles viel zu süß, komisch, beim ersten Mal wars besser, nächstes Mal wieder klassisch.
Meine Fußballtochter wollte dann doch erst nach dem Essen abgeholt werden, ich hab meine Frau geschickt und beginne mit der Chaosbeseitigung ; Heiligabend gibts diesmal keine Pute, das tue ich mir diesmal nicht an, das könnt ihr vergessen…
Die Gans

Der Gänsefüllung-Weihnachts-Stollen

Der Vollständigkeit halber – das Rezept
========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Gans mit Hefeteigfüllung und Apfelrotkohl
Kategorien: ???
Menge: 6 Personen
1 Gans (ca. 4,5 kg)
Salz
Pfeffer
Küchengarn
Für die Füllung
320 Gramm Mehl
20 Gramm Hefe
80 ml Milch
110 Gramm Butter
1 Ei
1 Eigelb
Salz
40 Gramm Zucker
100 Gramm Getrocknete Aprikosen
100 Gramm Getrocknete Orangenscheiben
50 Gramm Rosinen
70 Gramm Mandelblättchen
200 ml Geflügelbrühe
120 Gramm Butter
8 Essl. Honig
6 Essl. Sojasoße
Für den Apfelrotkohl
1 Kopf Rotkohl, ca. 750 g
1 Apfel, ca. 250 g
1/2 Zitrone (oder Limette)
8 Essl. Essig
1 Prise Salz
2 Essl. Zucker
150 Gramm Zwiebeln
50 Gramm Gänseschmalz
1 Essl. Schwarzes Johannisbeergelee
1-2 Stangen Zimt
250 ml Rotwein
Salz
Pfeffer
============================ QUELLE ============================
— Erfasst *RK* 08.12.2009 von
— Claus Schlemmer
Die Flügel und die Innereien der Gans entfernen. Die Gans mit
Küchenpapier trockentupfen und mit Salz und Pfeffer von innen und
außen würzen.
Das Mehl in eine Schüssel sieben. Die Hefe in der lauwarmen Milch
unter Rühren auflösen. Die Butter in einem Topf zerlaufen lassen und
Ei, Eigelb, Salz und Zucker zugeben. Die aufgelöste Hefe und die
Buttermischung zu dem Mehl geben und nun einen glatten Teig kneten.
Anschließend abgedeckt mit einem Küchentuch bei Zimmertemperatur ca.
30 Minuten gehen lassen.
Inzwischen Aprikosen und Orangenscheiben klein schneiden und
zusammen mit Rosinen und den Mandeln vorsichtig mit dem Kochlöffel
unter den Teig kneten. Den Teig in die Bauchhöhle der Gans geben und
diese mit einem Küchengarn zunähen, dann binden. Nochmals ca. 30
Minuten stehen lassen.
Die Gans mit der Brühe auf ein Backblech geben und im vorgeheizten
Backofen bei 130 Grad Celsius ca. 4 bis 5 Stunden langsam braten.
Anschließend die Gans vom Backblech nehmen und auf ein Gitter setzen.
Die Butter flüssig werden lassen, mit dem Honig und der Sojasoße zu
einem Sirup einkochen und auf die Gans streichen. Diese anschließend
im Backofen bei 220 Grad Celsius bräunen. Diesen Vorgang solange
wiederholen, bis die Gans knusprig braun ist.
Den Rotkohl in feine Streifen schneiden. Den geschälten und
entkernten Apfel grob stifteln und mit dem geschnittenen Rotkohl,
Zitronensaft, 6 Esslöffeln Essig, Salz und einem Esslöffel Zucker
mischen. Zugedeckt im Kühlschrank 24 Stunden ziehen lassen.
Am nächsten Tag die geschälten Zwiebeln in feine Streifen schneiden.
Das Gänseschmalz heiß werden lassen. Ein Esslöffel Zucker leicht
karamellisieren, mit 2 Esslöffeln Essig ablöschen. Die
Zwiebelstreifen darin andünsten. Den marinierten Rotkohl,
Johannisbeergelee, Zimtstange(n), Rotwein, Salz und Pfeffer
dazugeben.
Im geschlossenen Topf im Backofen bei 175 Grad Celsius ca. 30
Minuten garen. Vor dem Servieren die Zimtstange(n) entfernen.
=====

Ja, die Zeiten habe ich auch erlebt. Aber gekocht und gleichzeitig Fahrdienst, Zuschauer, Fussballfan, Fotograf und …. Es heißt doch, dass wir Männer nur eine Sache gleichzeitig tun können. Danke für Deinen Gegenbeweis.
Die Gans sieht sensationell gut aus. Und die Füllung: Liest sich anhand der Zutatenliste auch prima. Wahrscheinlich war es die Aufregung, die Deine Geschmacksknospen etwas “versüsst” haben???
ich würd sagen, die füllung ist ja mal ne ansage- schüchtert mich offen gestanden ein bißchen ein, will sagen: sehr süßlastig, das ganze.
zum thema multitasking: das, was du da veranstaltet hast, klingt eher nach gehobenem oneman eventmanaging auf der queen mary…
Meine Standard-Gänsefüllung ist von der Aromatik her recht ähnlich aber etwas leichter: möglichst säuerliche Äpfel, getrocknete Aprikosen, in Gänseschmalz geröstete gehackte Maronen (die Mandeln gingen aber auch), frischer Majoran sowie Gänseschmalz-Croutons und -Grieben. Je nachdem wie “schmalzig” man die Croutons macht, bleibt die Füllung verhältnismässig leicht. Gewürzt wird neben dem Majoran nur mit schwarzem Pfeffer sowie – abhängig vom Säuregrad der Äpfel – bei Bedarf etwas Zitronensaft.
Dieses Jahr zweimal erfolgreich praktiziert.
eine lobenswerte Leistung auf ” allen ” Ebenen von dir …Hut ab !!!!!
DAS war multitasking in perfektion, damit stellst Du jede Frau in den Schatten
Mit Deiner Schilderung hast Du mir gerade noch einen guten Grund dafür geliefert, daß es in diesem Jahr Weihnachten kein ” starkes Stück ” geben wird …… NEIN, nur ganz niedliche Entenbrüste … Basta !!! auch wenn die Familie aufjaulen wird.
“your Dad is not your taxi driver” – diese Eigenwerbung in einem Londoner Zug gefiel mir, das widme ich dir
Die Gans sieht sehr gut aus: saftig und knusprig, sehr gelungen bei diesem Stress. Ich mache gerne Boehmischen Knoedel zu Gans (demnaechst am 19. dezember), wuerde diesen Germteig aber nicht als Fuelle verwenden wollen. Die Rezeptur mit den vielen Trockenfruechten klingt ja schon fast wie ein Plum Pudding
p.s. mir fällt gerade ein: bist du sicher, daß du mit deiner frau nicht noch zwischendurch sambaschritte geübt hast, hihi…..
bei dem Programm würde ich ganz narrisch.
Deine Gans schaut sehr gut aus, nur die Füllung, die wäre auch nix für mich. Ich esse in diesem Jahr nur Gans mit, dafür gibt es bald Ente und Perlhuhn bei mir…
@ Peter
Natürlich sind wir Männer Multitaskingfähig, wer denn sonst?
@ chezuli
Es war zu süß – definitiv
@ Susanne
So wild war´s nicht; tanzen ist nicht mein Ding, und Samba schon gar nicht, jedenfalls nicht beim kochen
@marqueee
hört sich gut an
@ Karin
jede Frau in den Schatten stellen? Das meinst aber auch nur du
@ Eline
Klingt nicht nur so, war´n Plumpudding
@lamiacucina
Narrisch biste in unserem Chaoshaushalt immer
[...] schon vor Weihnachten gibt es in Deutschland Gans, bei uns wahrscheinlich auch. Barbara macht einen winterlichen Obstsalat und Nathalie stellt schon [...]