Da brennt die Luft!
9. Dezember 2009 von Claus
Es gibt so manche Gerichte – die haben was. Was? Na, ja, wie soll ichs sagen? Nicht, das mich jemand falsch versteht oder für´n bisschen krank im Kopp hält. Aber diese Gerichte haben was Sinnliches, etwas Erotisches. Siehste, jetzt halten mich alle doch für bekloppt.
Im “So koche ich” von Anthony Bourdain (der ist erst freaky, da komm selbst ich nicht mit) stehen ein paar Sachen drin, die habens echt in sich; erotisch gesehen.
Die Gänseleber mit den Portweinpflaumen ist so ne Nummer. Zitat Tony: “Blöde Männerillustrierte – Sie wissen schon, Autos, Kleidung, B-Listen-Schauspielerinnen in Bikinis – wollen von mir immer geistlose Artikel über Gerichte, die einem garantieren, daß der Abend im Bett endet…
…aber ich würde mir denken, daß ein Mann (oder eine Frau), der (die) Gänseleber schätzt und kochen kann, in dem einfachen Akt, eine Scheibe luxuriös gemästete Gänseleber anzubraten, eine delikate Sensibilität, aber auch einen verführererisch grausamen Charakterzug zeigt. Jeder, der nicht beim Tierschutzverein ist und eine tiefe Liebe zu den Freuden des Fleisches hegt, wird umfallen…” Zitat-Ende
Gleiches gilt für die Jakobsmuscheln in Champagner – und die gibts jetzt hier bei mir:
Du brauchst
2 EL Butter
1 Schalotte, dünn geschnitten
1 Tasse Fischfond
1/2 Tasse Creme fraiche (die gute aus Frankreich, nicht unser fettarmes Zeug!)
Salz, schwarzer Pfeffer
Jacobsmuscheln
2 EL geklärte Butter
1 Tasse Champagner (Winzersekt von der Mosel ist genau so gut)
Saft einer halben Zitrone
evtl etwas Schnittlauch
Schalotten in 1 EL Butter andünsten, Fischfond zugeben. Auf die Hälfte reduzieren (langsam!!!). Creme fraiche reingeben, 15 Minuten köcheln lassen, passieren, würzen, warm stellen.
Parallel dazu kann man beginnen, die 0,75 l minus 1 Tasse Champagner oder Sekt, zu verkosten (Ganz Schlaue haben ne Magnumflasche aufgezogen, dann reichts auch noch zum Essen).
Muscheln trocken tupfen, salzen, pfeffern. In geklärter Butter bei voller Pulle auf beiden Seiten schön karamellisieren lassen, rausnehmen, warm stellen.
Fett aus der Pfanne abgießen, Pfanne erhitzen, mit Champagner ablöschen, das braune Zeugs abkratzen und soweit reduzieren bis es dickflüssig wird. Mit dem Schneebesen die Sauce einrühren, aufkochen, 1 EL Butter einmontieren, mit Zitronensaft abschmecken.
Muscheln auf warmen Teller anrichten und Soße angießen, sich auf den restlichen Champagner stürzen und zum Tisch wackeln…


Klasse Idee, sieht so aus, als ob mir das auch schmecken würde…..
sehr schöne geschichte, die muscheln…mag ich gerne….
p.s. war gestern wieder männerabend?..und gezz schnell wech hier…
die Sauce würde ich dann extra essen, oder mit Baguette nappen….
Umfallen? Auf jeden Fall! Vor Schreck, weil ich weder Leber noch Muscheln essen mag. Schampus ist ok….
Du hast mich mal wieder mit Deiner ” Erzählung ” fasziniert, der Tag hat wieder mit einem Schmunzeln begonnen
)
Lecker…. nicht nur die Jacobsmuscheln sind Dir perfekt gelungen, auch das Foto hat was udn regt sofort den Speichelfluss extrem an
)))
Diese Zutaten verschmelzen zu einem Highlight und auf geht es zum versprochenen Gourmet- Multi-Orgasmus
))
also, ich kenne hier einen gewissen Herrn, den bekäme ich damit aber sowas von schnell ins Bett…
))
Abend gerettet!
Zur Hochzeit haben wir sogar ein erotisierendes Kochbuch geschenkt bekommen. Noch nie was daraus gekocht, aber Deine Jakobsmuscheln werde ich mal als Weihnachtsvorspeise in die Runde werfen.
Vielleicht schaffts Dein Rezept, unsern Widerwillen gegenüber Muscheln zu überwinden.
Die Sauce schaut aber lecker aus…und Muscheln mögen wir eh