Jippijajey LABSKAUS
16. Dezember 2009 von Claus
Ich immer mit meiner großen Schnauze.
Labskaus, was soll da schief gehen? Vor allem wenn ich, wie immer, nur das gute Zeugs besorge: Beste gepökelte Rinderschulter,

Bio Rote-Beete, Kartoffeln und Zwiebel, Fischzeug vom weltbesten Bismarckhering-Macher, Eier von glücklichen, freilaufenden Hühnern – nochmal, was soll schiefgehen?

Was schon, der Himmel könnte einem auf den Kopf fallen, oder der Koch (ich) könnte sich saublöd anstellen, das erstbeste Rezept nehmen, überhaupt garnienicht mal ein bißchen im internet recherschieren usw. usw. usw. Vor allem aber könnte es passieren, daß ich das Gehirn beim Kochen ausschalte.
Ich koche 750 g gepökelte Rinderschulter in reichlich Wasser ca 90 Minuten. Nach einer Stunde gebe ich 1 kg festkochende (da gehts schon los, wären mehlige nicht die bessere Wahl?) Kartoffeln dazu. Wenn beides gar ist, rausnehmen, beiseite stellen, Brühe aufbewahren, die ganze Brühe! DIE WIRD NOCH GEBRAUCHT!!!
Bis hierhin alles ok, ausser, daß ich die Hälfte der Brühe weggeschüttet habe, ich Volltrottel.
Dann werden (nach meinem Rezept) das Fleisch, die Kartoffeln und 3 Zwiebeln durch den Wolf gejubelt. Ich schalte mein Gehirn ab, und mache das. Ich drehe die Zwiebeln durch, obwohl ich den Geruch von rohen Zwiebeln nicht mag, und ich nehme die feine Scheibe des Fleischwolfs, klasse, gell. Wie kann man so bescheuert sein!?!
Heraus kommt eine undefinierbare, an zu fest geratener Tapetenkleister erinnernde, penetrant nach rohen Zwiebeln riechende Pampe. Die Farbe ist ok. Die Rotfärbung nur vom Pökelfleisch – das passt. Aber der Rest? Ich weiß nicht.

Jetzt soll die Pampe mit Brühe geschmeidig gerührt werden. Ich gieße nach und nach die Pökelbrühe hinzu, bis nix mehr übrigbleibt, die Pampe aber immer noch Pampe ist.
Gegessen wird das Zeugs erst am Tag danach (The Day After – passt irgendwie). Vielleicht passiert ja noch was. Wir werden morgen sehen…
Break————————————————————————————————
Ich bin gespannt wie´n Flitzebogen als ich heim komme. Deckel vom Topf und schnuppern – der penetrante Zwiebelgeruch ist weg, Glück gehabt, vielleicht gehört´s ja auch so. Aber viiiiieeeel zu fest ist die Pampe trotzdem noch. Ich nehme die Rinderbrühe vom letzten Wochenende und rühre unter bis mir die Konsistenz gefällt, eigentlich gar nicht schlecht jetzt. Ich erhitze den Brei ganz langsam, hebe eine kleingehackte Gewürzgurke unter und probiere – ES SCHMECKT SOWAS VON GUT – ich bin hin und weg, um Klassen besser als im Restaurant in Hamburg! Noch etwas salzen und pfeffern, fertig.
Der (oder die oder das?) Labskaus wird mit Spiegelei, Gewürzgurke, Rollmops und Rote Beete Salat (mit Essig, Öl, kleingehackter Schalotte, Salz, Pfeffer, Zucker und geriebenem Meerrettich angemacht) serviert.

Meine Lieben sind natürlich nicht zu überzeugen. Bäh, wie sieht das denn aus, mag ich nicht! Nur mein Küchenkrieger, der hat das Zeugs schon in Hamburg probiert, isst mit. Klasse, besser als im Restaurant meint er – wer sagt´s denn.
Beim nächstenmal – es gibt ein nächstes Mal, garantiert – nehm ich zur Überprüfung aber die mehligen Kartoffeln und drehe durch die grobe Scheibe.
Und vorher, vorher gibts noch ne feine Variante vom Labskaus!
-Fortsetzung folgt-

zu Beginn Deines Berichtes sah ich all meine Vorurteile bestätigt.
Musste sie dann etwas revidieren am Ende.
Aber ich mag den Labskaus einfach nicht. Auch wenn mir von allen Deiner sicher am besten schmecken würde. Ehrlich!
Für mich sieht das Labskaus ein wenig zu dünn aus. Ich kenne es so, dass es auf dem Teller nicht verläuft. Leztendlich ist es aber egal, es ist weniger zum Anschauen als zum Essen. Hauptsache es schmeckt!
Wann immer irgendwo Labskaus angeboten wird lang ich zu. Zuhause darf ich das nämlich nicht machen – leider.
Ist halt kein Augenschmaus, aber mir schmeckts auch immer wieder!
Bin mit meinem ersten und einzigen Versuch auch auf den Bauch gefallen. Meine Überlegung war, dass ich alle Zutaten einzeln sehr gerne mag. – Zusammen dann irgendwie doch nicht…
Labskaus vom Old Commercial Room in Hamburg? Das gute Zeugs habe ich früher auch gerne gegessen – aber nie selbstgemacht, weil ich da noch nicht gekocht habe.
Heute ersetze ich das Pökelfleisch durch Tofu, den Fisch durch Quorn in Rollmopsform und statt des Spiegelei nehmen wir ein Sellerieschnitzel, dann schmeckt das fast genauso. Sieht aber besser aus.
Das war ein Scherz.
Ich finde, es sieht sehr gut aus, farblich und von der Konsistenz.
Mir gefällt Dein Labskaus.. auch optisch !
)
Ich bin kein Freund von Labskaus, ganz besonders nicht ” aushäusig ” gegessen .. man weiß ja nie
Aber von Deinem würde ich wohl gerne eine Portion nehmen !
Labskaus optisch zu mögen, das erfordert schon einiges an gutem Willen
Ich habe es nur einmal in meinem Leben gegessen, nach einer Wiederholung hatte ich bisher kein dringendes Verlangen … Früher gab es dafür überhaupt kein Rezept, es war ein reines Matrosenessen und fest stand nur, dass in jedem Fall Pökelfleisch, Kartoffeln (teilweise Trockenkartoffeln) und Schiffszwieback drin waren, alles andere hing von der Vorratslage ab. Spiegelei, Rote Bete, Gürkchen … das haben sich erst die Landratten im 20. Jahrhundert einfallen lassen. Diesen kleinen Exkurs konnte ich mir als Historikerin nicht verkneifen
Ich habe diesem Gericht auch ein Kapitel in meinem Buch gewidmet.
Sieht gar nicht so schlecht aus, wie ich das sonst immer gesehen habe, dennoch ist das einfach nicht mein Ding.
noch nie gegessen. kannste dir ja wahrscheinlich denken. ich wusste gar nicht wie labskaus gemacht wird….(google weiß alles).
was mir diebische freude bereitet: es gibt foodblogger, die stellen sich genau so dämlich an wie ich. und sie stehen dazu. danke claus!!!!
Oh, oh, oh, SUPER gemacht, Claus das hast Du SPITZE gemacht! Großes Kompliment!
Wenn es zuu guut aussieht — dann war irgendetwas falsch ;D
Soll das üblich sein, dass es über Nacht ziehen gelassen wird? Bisher immer gleich verputzt, die Speisung
Hab ich noch nie gegessen und ist hier in München auch schwer zu bekommen, schätze ich. Anhand der Zutaten und der Konsitenz denke ich, dass ich es mögen würde.
Labskaus fand ich immer super gruselig, bis ich beim Hamburg Kocht!-Kochtreffen das erste Mal selbst gemachten gegessen habe – ein riesen Unterschied! Dem Gericht muss man wirklich mind. zwei Chancen geben.
[...] mal. Vielleicht krieg ich den Einen oder Anderen ja auch überzeugt, mal das Original (das hier) zu probieren, ein Versuch ist´s [...]